Bei der Rente auf Umwelt- und Sozialstandards achten

Immer mehr Menschen können sich nicht mehr nur auf die staatliche Rente verlassen. Kreditinstitute und Versicherungen werben deshalb verstärkt für private Rentenversicherungen. Wer seine Altersvorsorge nach ethischen und ökologischen Standards anlegen möchte, hat jedoch nur eine sehr begrenzte Auswahl.

Während bei nachhaltigen Banken oder ethisch-ökologischen Investmentfonds zahlreiche Angebote zur Verfügung stehen, sieht es mit einer „grünen“ Alternative bei Rentenversicherungen eher dürftig aus. Um Verbraucherinnen und Verbrauchern einen Überblick zu ermöglichen, hat das Projekt „Gut fürs Geld, gut fürs Klima“ der Verbraucherzentrale Bremen im Herbst 2017 46 Anbieter aus der Branche nach ihren Nachhaltigkeitsstandards befragt.

Ergebnis: die Unternehmen haben in diesem Bereich deutlichen Nachholbedarf. Nur zwei Anbieter wenden umfangreiche ethisch-ökologische Ausschlusskriterien an: die Familienfürsorge und die Concordia oeco. Doch aufgepasst, die Nachhaltigkeitsstandards gelten bei der Concordia oeco nur für die Produktlinie „Leben oeco“, für alle anderen jedoch nicht. 22 der 46 untersuchten Versicherungen gaben an, bei der Kapitalanlage ihrer Rentenversicherungen mindestens ein Ausschlusskriterium zu berücksichtigen. Die Festlegung von Ausschlusskriterien bedeutet, dass die Anbieter nicht in kritische Branchen und Bereiche investieren. Dazu zählen beispielsweise Waffen und Rüstung, Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen oder Atomkraft. Investitionen, die hiermit in Verbindung stehen, sind tabu. Die befragten Rentenversicherer schließen Investitionen in geächtete Waffen und Nahrungsspekulationen am häufigsten aus.

Doch leider gibt es immer noch einige Anbieter, die nicht ausschließen wollen, dass die Rentenbeiträge in Geschäfte mit international geächteten Waffen wie Landminen und Streumunition fließen. Nur vier Versicherer schränken Investitionen in die klimaschädliche Kohle ein. Wer sich über die Nachhaltigkeitsstandards seiner Rentenversicherung informieren möchte, hat es schwer.

Entsprechend aussagekräftige Informationen veröffentlichen die wenigsten Versicherungen. Das gilt auch für Brancheriesen wie die Axa und die Allianz. Die Untersuchungsergebnisse basieren auf einer Anbieterbefragung der Verbraucherzentrale Bremen sowie Veröffentlichungen der Unternehmen. In der Marktübersicht können Sie erkennen, welche kritischen Branchen bei den Investitionen der Versicherer tabu sind.

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